Bildung für nachhaltige Entwicklung
Allgemeine Informationen
Das BNE-Konzept der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule

BNE erleben – Nachhaltigkeit macht Schule
Mit dem Fahrrad zum Erdbeerhof – regional, saisonal und nachhaltig
Nachhaltigkeit beginnt vor unserer Haustür: Im Juni 2026 machten sich die Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen mit dem Fahrrad auf den Weg zum Erdbeerhof nach Gleidingen. Der Ausflug verband dabei Bewegung, Naturerfahrung und nachhaltige Ernährung auf ganz praktische Weise.
Auf dem Erdbeerfeld konnten die Kinder ihre Früchte selbst auswählen und pflücken. Dabei erfuhren sie unmittelbar, wo unsere Lebensmittel herkommen und wie viel Arbeit in ihrer Erzeugung steckt. Erdbeeren zur Erntezeit aus der Region zu genießen, bedeutet zudem saisonal und möglichst regional einzukaufen und damit lange Transportwege zu vermeiden. Der gemeinsame Weg mit dem Fahrrad machte den Ausflug zusätzlich zu einem Beispiel für klimafreundliche Mobilität.
Die Schülerinnen und Schüler erlebten so mit rotverschmierten Münder, dass nachhaltiges Handeln nicht kompliziert sein muss.
BNE verbindet – Nachhaltigkeit, Kreativität und Europa
Wie können Schülerinnen und Schüler Nachhaltigkeit nicht nur lernen, sondern selbst erleben und gestalten? Dieser Frage widmeten sich die Wilhelm-Bracke-Gesamtschule und das Lycée Pasteur in Besançon im Rahmen ihres Erasmus+ Austauschs. Beide Schulen engagieren sich intensiv für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): Die WBG ist als Umweltschule zertifiziert, das Lycée Pasteur als „Écolycée“ wurde für ihr Engagement im Bereich Nachhaltigkeit ausgezeichnet.
Im Mittelpunkt standen dabei ganz konkrete Fragen des nachhaltigen Handelns. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit nachhaltiger Ernährung, regionalen Lebensmitteln und einem bewussten Umgang mit Ressourcen. In gemeinsamen Kochworkshops entwickelten sie eigene Rezepte und setzten diese anschließend in der Schulküche um. Dabei wurde deutlich: Nachhaltigkeit beginnt im Alltag – bei der Auswahl von Lebensmitteln, ihrer Verarbeitung und der Frage, wie wir Lebensmittel wertschätzen und Verschwendung vermeiden können.
BNE wurde dabei eng mit interkulturellem Lernen verbunden. Die Jugendlichen arbeiteten gemeinsam, tauschten Perspektiven aus, überwanden sprachliche Barrieren und entwickelten Lösungen im Team. So wurden neben Umweltbewusstsein auch Toleranz, Verantwortungsbewusstsein, Selbstständigkeit und europäische Zusammenarbeit gefördert.
Das Erasmus+ Projekt zeigt eindrucksvoll, dass BNE viele Facetten hat: Umwelt schützen, Ressourcen bewusst nutzen, nachhaltig konsumieren, kreativ werden und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Und manchmal beginnt ein solches Abenteuer eben ganz unscheinbar – mit einer Kartoffel und einer Karotte. Die Erinnerungen wurden unter anderem in einem Kochbuch festgehalten, in welchem Sprache und Kultur auf inspirierende Weise zusammenkamen.
Vom Samenkorn bis zur Ernte – BNE im Hochbeet
Säen, pflegen, beobachten, ernten und genießen: In den Hochbeeten der fünften Klassen wurde BNE über viele Wochen hinweg ganz praktisch erlebbar. Jede Klasse gestaltete im Frühjahr ihr eigenes Hochbeet und entschied selbst, welche Nutzpflanzen und Blumen dort wachsen sollten.
Von der ersten Aussaat bis zur Ernte übernahmen die Schülerinnen und Schüler Verantwortung für ihre Pflanzen. Sie gossen, jäteten Unkraut, beobachteten das Wachstum und lernten, dass eine gute Ernte Zeit, Pflege und Geduld braucht.
Besonders eindrucksvoll war schließlich die Ernte der riesigen Kohlrabi. Was die Kinder über Wochen gepflegt hatten, landete nun auf dem Teller – frisch, selbst angebaut und ohne lange Transportwege. Die eigene Ernte machte nachhaltige Ernährung unmittelbar erfahrbar und stärkte zugleich die Wertschätzung für Lebensmittel.
Die Hochbeete machen Nachhaltigkeit sichtbar: Aus kleinen Samen wachsen nicht nur Pflanzen, sondern auch Wissen, Verantwortung und Freude am eigenen Tun.
