Klassenfahrt nach Bella Italia 2017

Von Saskia Budwitz und Helena Vegelej (10.5)

Da uns nach der 10. Klasse viele Schüler/innen verlassen, um einen anderen Weg als den des Abiturs einzuschlagen, machen wir an der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule immer eine Abschlussklassenfahrt. Diese führt die Jahrgänge meistens ins nahegelegene Ausland wie z.B. die Niederlande, Tschechien, Österreich oder in unserem Fall ein wenig weiter nach Italien. Die Zeit vom 13.08. bis 19.08.2017 verbrachten wir in dem schönen toskanischen Ort Montecatini Terme, gelegen zwischen Pisa und Florenz.

Schon am ersten Tag, am Montag, machten wir Schüler mit den Lehrern einen Ausflug nach Montecatini Alto, dem alten Teil der Stadt. Da die Altstadt hoch oben auf dem Berg liegt, fuhren wir mit einer kleinen Seilbahn nach oben. Der Ausblick und auch die Architektur dort waren sehr schön.

Am Dienstag unternahmen wir einen Tagesausflug in drei Orte. Eine ausgiebige Stadtführung am Mittag erlebten wir in Lucca.

Nachmittags besuchten wir in Pisa den Piazza del Duomo mit dem Dom und dem schiefen Turm von Pisa.

Zum Abschluss fuhren wir 30 Minuten westlich von Pisa nach Viareggio ans Meer. Abkühlung pur!

Am Mittwoch, für einige der schönste Tag der Woche, unternahmen wir eine Schiffstour in die Cinque Terre Orte, die in La Spezia begann und den ganzen Tag über verlaufen sollte. Zunächst pausierten wir in Vernazza. Dort hatten wir eine Stunde Pause, um den Ort zu erkunden, fast am Ende der Stunde sind einige Schüler/innen und auch Lehrerinnen schwimmen gegangen. Dann fuhren wir weiter nach Monterosso, wo wir wieder wie am Vortag im Meer schwimmen durften. Nach zwei Stunden Spaß ging es auch wieder zurück. In Portovenere machten wir unseren letzten Stopp. Einige von uns genossen noch ein letztes Mal das Mittelmeer, andere vergnügten sich in den zahlreichen Geschäften. Danach traten wir die Rückfahrt nach La Spezia an.

Am Donnerstag, somit der letzte Tag, an dem wir die Toskana erkunden konnten, fuhren wir für den ganzen Tag nach Florenz, wo wir die Stadt besichtigten. Wir besuchten auch den Dom und die berühmte Ponte Vecchio, die als eine der ältesten Segmentbogenbrücken der Welt gilt.

Am letzten Tag, dem Tag der Rückfahrt, waren alle etwas wehmütig, weil wir uns aus dem tollen Bella Italia wieder verabschieden und die lange Heimreise antreten mussten.

Ausblick von Montecatini Alto Piazza dell’Anfiteatro, Lucca Piazza del Duomo, Pisa Strand von Viareggio Blick über Florenz
Der florentinische Dom
Angemessene Kleidung ist im Dom wichtig! :)
Ponte Vecchio, Florenz

Vortrag von Sally Perel

Von Saskia Budwitz und Helena Vegelej (10.5)

Der 92-Jährige Sally (Salomon) Perel, geboren in Peine, ist einer der berühmtesten, noch lebenden Zeitzeugen aus der Zeit des 2. Weltkrieges. Als Schüler der Akademie für Jugendführung der Hitlerjugend in Braunschweig schaffte er es, seine jüdische Identität vor den Nazis zu verbergen.

Am 7. September 2017 bekamen die Zehntklässler der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule und der Otto-Bennemann-Schule die Gelegenheit, Sally Perel live und in Farbe zu sehen und seiner Biografie zu lauschen. Wir erfuhren eindrucksvolle Erlebnisse aus der Jugend von Sally. So erzählte er uns z.B., dass er als deutscher Soldat in ständiger Angst lebte, entdeckt zu werden. Im Schulunterricht wurde ihm gelehrt Juden zu töten, obwohl er selber einer war. Die Nationalsozialisten kannten ihn nicht als Sally Perel, sondern als Josef Peters. Er erzählte uns außerdem, dass sein Vater ihm sagte: „Du sollst niemals deine jüdische Identität verbergen“, seine Mutter hingegen jedoch mit dem Satz: „Du sollst leben!'' auf ihn einwirkte. Um zu überleben, blieb ihm nichts anderes übrig, als sich den Satz seiner Mutter immer wieder in Erinnerung zu rufen und über seine Identität zu lügen. Insgesamt war es ein spannender Vortrag, der für uns das Leben des jungen Sally Perels im Nazi-Deutschland nachvollziehbarer macht.