Geschichte der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule

10. Januar 1969

Antrag der Stadt Braunschweig an das Kultusministerium auf Errichtung eines Schulversuches „Integrierte Gesamtschule“.

16. September 1969

Aufruf der Bezirksregierung Braunschweig an Lehrerinnen und Lehrer, sich an dem geplanten Schulversuch zu beteiligen. 70 Kolleginnen und Kollegen melden sich.

17. Dezember 1969

Erste Sitzung des „Vorläufigen Kollegiums“; Leitung: Oberschulrat Dr. Mügel. Er legt „Grundsätze für den Schulversuch IGS Braunschweig“ vor: Achtzügigkeit und Standort Weststadt werden vorgegeben. Einrichtung eines Strukturplanausschusses.

24. Februar 1970

Zweite Tagung des Vorläufigen Kollegiums. Ort: Aula der Nibelungen-Realschule. Sie ist Tagungsstätte bis Frühjahr 1971.

9. Juni 1970

Beschlüsse des Vorläufigen Kollegiums zur Demokratisierung:
- Trennung von Konferenzleitung und Schulleitung
- Mitbestimmung von Schülern und Eltern
- Wahl dreier gleichberechtigter Konferenzleiter (K.-H. Adamski, Eva Aßmann, J. G. Wiese) für ein Jahr
- Wahl dreier gleichberechtigter „Koordinatoren“ als Planungsgruppenleiter (G. Lube, F. Schöbel, Dr. H. Reichel).

4. September 1970

Erste Sitzung des Bauausschusses, bis Dezember 1970 Entwicklung eines Bauprogramms für den Neubau.

14. Januar 1971

Genehmigung der IGS Braunschweig-West durch das Kultusministerium

5. Februar 1971

Neuwahl der „Koordinatoren“ Herbert Fuchs, Diethart Kraus, Frieder Schöbel. Beschluss einer „Übergangsverfassung“.

23. Februar 1971

Abschluss des ersten Aufnahmeverfahrens. 259 Schülerinnen und Schüler werden aufgenommen, das bedeutete eine Klassenfrequenz von 32.

26. Februar 1971

Nach heftigem politischem Streit und einer Flugblattaktion des Kollegiums („Bürger der Weststadt ...“) stimmt der Rat der Stadt Braunschweig der Finanzierung eines Neubaus für die IGS mit den Stimmen von SPD und FDP zu.

April 1971

Architektenwettbewerb für den Schulneubau am Alsterplatz. Preisgewinner: Architektengruppe Jensen / Pysall / Starenberg aus Braunschweig.

Juli 1971

Neuwahl der „Koordinatoren“ als künftiger Kollegialer Schulleitung: Herbert Fuchs, Heidi Hasselbaum, Diethart Kraus.

9. September 1971

Schulbeginn im Gebäude der Volksschule Rothenburg. Der erste Jahrgang (Jg. 71) hat 257 Schülerinnen und Schüler. Dezernent der Schule: Dr. Wilhelm Mügel.
Die Schulleitung hat mit Behördengenehmigung ein „rotierendes Modell“: Einer der drei Koordinatoren ist jeweils für ein Jahr Schulleiter. Die Amtszeit der Funktionsstellen beträgt drei Jahre.Innerhalb des Kollegiums toben „Verfassungskämpfe“ bis 1973. Die Gegner der beschlossenen „Vorläufigen Ordnung“ plädieren für ein eher konventionelles Schulleitungs- und Konferenzleitungsmodell.

24. Januar 1972

Gründung des „Forums Gesamtschule Braunschweig e. V“. Es hat das Ziel, Gesamtschulpädagogik in Braunschweig zu propagieren und für weitere Gesamtschulen zu werben

21. April 1972

Die Gesamtkonferenz beschließt die „Vorläufige Ordnung“ und reicht sie zur Genehmigung beim MK ein

November 1972

Grundsteinlegung für den Neubau am Alsterplatz

12. März 1973

Nach längeren Auseinandersetzungen mit dem Kultusministerium genehmigt Kultusminister Peter von Oertzen die „Vorläufige Ordnung“.

7. Juni 1973

Konstituierung einer „Gemeinsamen Vertretung“ (GV) mit je 9 Eltern, 9 Schülern und 9 Lehrern. Sie hat beratende und kontrollierende Funktionen für die Gesamtkonferenz.

30. Mai 1974

Das erste Niedersächsische Schulgesetz wird verabschiedet. Es enthält in § 34 Abs. 5 eine Regelung zur Kollegialen Schulleitung, mit der das „Braunschweiger Modell“ einer gleichberechtigten Schulleitung erfasst ist.

21. August 1974

Einzug in den Neubau. Er ist für ein Jahr nur im Obergeschoss nutzbar, deshalb gibt es nur Halbtagsunterricht.

1. Februar 1975

Dezernent der Schule: Dr. Karl Birker.Genehmigung der „Besonderen Ordnung“ gemäß § 34 Abs. 5 NSchG: Die Kollegiale Schulleitung besteht jetzt amtlich aus drei gleichberechtigten Mitgliedern. Das Rotationsmodell ist damit abgeschafft.

1. August 1977

Die neu gewählte und eingesetzte Kollegiale Schulleitung besteht aus: Karl-Heinz Adamski, Christa Alesi, Ulrich Bosse.Beginn des Unterrichts in der Reformierten Gymnasialen Oberstufe der IGS Braunschweig.

Juni 1980

Der erste Abiturjahrgang verlässt die Gesamtschule.

3. Juli 1980

Der Landtag beschließt eine Novellierung des Schulgesetzes,in der Abs. 5 des § 34 nicht mehr enthalten ist. Die Amtszeit der Funktionsstellen wird auf 9 Jahre erhöht. Eine Kollegiale Schulleitung gibt es weiterhin.

1. August 1980

Die neu gewählte und eingesetzte Kollegiale Schulleitung besteht aus Karl Heinz Adamski, Bernd Clodius und Hartmut Lägel.Der Anbau für die acht Klassen des 5. Jahrgangs wird bezogen.

19. September 1981

Die IGS erhält den Namen „Wilhelm-Bracke-Gesamtschule“ nach dem bekannten Braunschweiger Arbeiterführer und Vorkämpfer für eine „Schule für alle Stände“ Wilhelm Bracke, geboren 1842, gestorben 1880.

1. August 1989

Ab diesem Schuljahr beginnt die Sechszügigkeit der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule. Im Jahrgang 5 werden jetzt nur noch 162 Schülerinnen und Schüler aufgenommen. Zur gleichen Zeit nimmt in Braunschweig eine zweite vierzügige Gesamtschule ihre Arbeit auf, die IGS Franzsches Feld. Sie wurde von Kolleginnen und Kollegen der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule vorbereitet.

Die neu gewählte und eingesetzte Kollegiale Schulleitung besteht aus Karl Heinz Adamski, Hartmut Lägel und Heinz Lenck.

8. Februar 1994

Beschluss der Gesamtkonferenz: Kollegiale Schulleitung aus fünf Mitgliedern. Die Gleichberechtigung ist aufgehoben. Ämter auf Zeit für alle Funktionsstellen. Am 24.3.1994 wird diese neue Besondere Ordnung genehmigt.

1. August 1994

Die Schulleitung besteht aus Karl-Heinz Adamski (Schulleiter), Heinz Lenck (Stellvertreter), Ingrid Sandrock (Didaktische Leiterin), Hartmut Lägel (Stufenleiter Sek. I), Verena von Vangerow (Stufenleiterin Sek II).

7.-11. November 1994

Projekt „Schulstaat Brackeland“. Die gesamte Schule wird von einem Parlament und gewählten Ministern regiert und ist in Betrieben, Ämtern und Behörden organisiert. Währung ist der „Bracke Taler“: Viele „Staatsgäste“ besuchen Brackeland und werden mit Hymne und Eintragung ins Gästebuch von der Außenministerin begrüßt.

1. August 2001

Nach dem Ausscheiden von Karl-Heinz Adamski als Schulleiter wird Birgit Kuhlmei neue Schulleiterin.
Die erste Schwerpunktklasse „Bläserklasse“ wird eingerichtet. In den folgenden Jahren wird das Schwerpunktklassenkonzept entwickelt

Februar 2002

Nach einem aufwändigen und intensiven Diskussionsprozess innerhalb der gesamten Schule wird das Schulprogramm von der GK beschlossen. Es enthält zahlreiche pädagogische Bausteine, die zu Markenzeichen der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule werden: Schwerpunktklassen, Gewaltprävention, Aussiedlerintegration etc.

19. September 2005

Franz Rollinger wird neuer Schulleiter, nachdem Birgit Kuhlmei als Inspektorin in die neu gegründete Niedersächsische Schulinspektion wechselte

9. September 2006

Jubiläumsfest „35 Jahre Wilhelm-Bracke-Gesamtschule“

1. August 2007

Alle niedersächsischen Schulen werden per Gesetzesänderung zu „Eigenverantwortlichen Schulen“. Der erste Schulvorstand wird gewählt.

1. August 2010

Die niedersächsische Landesregierung führt trotz zahlreicher Proteste der Gesamtschulen die zwölfjährige Schulzeit auch an Gesamtschulen ein (I8 / G8). Der neue fünfte Jahrgang 2010 arbeitet als erster Jahrgang nach den neuen Vorgaben

26. Oktober 2010

Die neue Sporthalle Rheinring wird eröffnet und an die Wilhelm-Bracke-Gesamtschule übergeben.

29. Oktober 2010

Die Stadtverwaltung gibt bekannt, dass das Gebäude der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule als Sanierungssonderfall zu betrachten ist und bis 2014 neu gebaut werden wird. Kosten: Ca. 40 Millionen Euro. Bauträger wird die Städtische Tochtergesellschaft Nibelungen Wohnbau GmbH. Architektenwettbewerb: 1. Preis Büro Springmeier, Braunschweig

2011-2013

Raumprogramm, Raumbuch, Ratsbeschluss, 03.04.2013 Baubeginn

6. Juni 2014

Nach einem aufwändigen Bewerbungsprozess und einem mehrstufigen Prüfungsprozess durch das Gutachtergremium der Robert-Bosch-Stiftung wurde am 6. Juni 2014 in Berlin das offizielle Ergebnis unserer Schulpreisbewerbung bekanntgegeben. Die Wilhelm-Bracke-Gesamtschule wurde als eine der fünfzehn besten Schulen Deutschlands 2014 nominiert.

6. Januar 2015

Erster Unterrichtstag im neuen Schulgebäude am Rheinring 12. Nach 41 Jahren Standzeit ist das „Alt“-Gebäude abrissbereit.

01.06.2017

Dr. Nadine Diekmann übernimmt die Schulleitung nachdem Franz Rollinger als Dezernent in die Niedersächsische Landesschulbehörde gewechselt ist.