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Anfang vom Ende

Wie es zum Neubau kam?

Elternbrief vom 7. September 2009

Schulleiter Rollinger erläutert die Gründe, die zur Entscheidung für einen Neubau führen:

 

Sehr geehrte Eltern der Wilhelm-Bracke-Gesamtschule,
liebe Schülerinnen und Schüler,

sicherlich waren Sie vor einigen Tagen sehr erstaunt in der Tageszeitung zu lesen, dass unsere Schule abgerissen und neu gebaut werden soll. Manche haben sich die Augen gerieben und wollten es nicht glauben, andere sagten, das wird aber auch Zeit. Wie kann es sein, dass ein Schulgebäude nur eine Nutzungsdauer von knapp 40 Jahren hat? Ein technischer und baupolitischer Skandal! Wir kennen unsere Schule doch auch als ein schönes, großes und weitläufiges Gebäude mit einem beneidenswerten Raumangebot.

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Ich möchte Ihnen aus Anlass der öffentlichen Diskussion ein paar Informationen geben, damit sie sich ein realistisches Bild machen können.

In fast allen Städten und Landkreisen in Deutschland werden im Rahmen des Konjunkturprogramms der Bundesregierung Schulen und andere Gebäude saniert. Die Stadt Braunschweig saniert einen Teil der Schulen, Kitas etc. aus dem Konjunkturprogramm, andere aus einem eigenständigen PPP-Projekt, das mit dem Konjunkturprogramm nichts zu tun hat. [PPP steht für „Public Private Partnership“ und bedeutet, dass ein privater Investor das Gebäude komplett saniert und die Kommune dafür 25 Jahre lang eine Miete zahlt. Anschließend fällt das Gebäude wieder der Stadt zu.]

Mir steht es als Schulleiter nicht zu, die vertragsrechtlichen und finanztechnischen Rahmenbedingungen zu beurteilen; dies ist Sache der Braunschweiger Stadtverwaltung und der Politik (Rat der Stadt Braunschweig). Mir ist in erster Linie wichtig, dass die Schule saniert wird.

Im Rahmen der Planungen für das PPP-Programm wurden die Sanierungskosten aller PPP-Gebäude durch eine unabhängige Ingenieursgesellschaft taxiert. Dabei waren die jeweiligen Schulleitungen mit im Boot. Die geschätzten Sanierungskosten für unsere Schule belaufen sich auf ca. 27 Mio €. Wenn man Dach, Außenfassade, Böden, innere Wände und Haustechnik komplett austauschen muss, um eine gute energetische, technische und strukturelle Sanierung hinzubekommen, dann wird klar, dass man auf einen derart hohen Betrag kommen kann. In dieser Summe sind selbstverständlich auch die Auslagerungskosten enthalten, denn eine Sanierung erfolgt sequenziell und es bedarf eines ganzen Containerdorfes, um den Unterricht in der Sanierungsphase aufrechterhalten zu können.

Bauphase01 71-74

Auf Grund dieser hohen Summe hat die Verwaltung unsere Schule aus dem auf 70 Mio € bemessenen PPP-Projekt herausgenommen und plant einen Neubau.

Ein paar Worte zur Sicherheit in der Schule: Selbstverständlich ist das Gebäude weder einsturzgefährdet und baufällig noch sicherheitstechnisch bedenklich. Unsere Unterrichtsräume sind zwar teilweise etwas klein, aber ansonsten i.O., mit Ausnahme des Bereichs der Naturwissenschaften, der sich aber auch auf der Sanierungsliste wiederfindet. Auch der Brandschutz ist durch die gerade neu installierte Brandmeldeanlage in Ordnung. Aber: Eine Sanierung im Jahre 2010 ist immer auch eine energetische Sanierung und dazu muss man sagen: Das Dach und die Außenfassaden sind nicht isoliert (Bauweise der 70er Jahre) und müssen komplett ersetzt werden. Der gegenwärtige Wärme- und Stromverbrauch ist gewaltig. Im Zusammenhang mit Dach und Außenfassade müssen auch die inneren Trennwände (Raumteiler) ersetzt werden. Betrachtet man dann die Haustechnik, muss auch diese nach ca. 40 Jahren Betrieb größtenteils ersetzt werden.

Nach einer solch umfassenden Sanierung bleibt das Gebäude aber dennoch ein Altbau!

Warum ein Neubau?
Der Differenzbetrag zwischen Sanierung und Neubau von ca. 8 Mio € lässt sich offensichtlich (so die städtischen Planer) mit den künftigen immensen Energieeinsparungen und einer Vermarktung der alten Fläche darstellen. Die Fläche ist für Wohnbebauung sehr attraktiv, gelegen zwischen Westpark und Einkaufszentrum.

Finanziert werden soll der Neubau entweder aus dem städtischen Etat oder durch ein eigenständiges PPP-Programm. Die städtische Planungsgruppe sucht nach einer geeigneten Fläche im westlichen (südwestlichen) Bereich der Stadt. Nach Neubau und Umzug wird dann die derzeitige Schule abgerissen.

Bei einem spontanen Stimmungsbild auf der Gesamtkonferenz am 23. Juni 2009 waren ca. 70 Prozent der Anwesenden eher für einen Neubau als für eine Sanierung.

Für uns als Kollegium, Eltern und Schülerinnen und Schüler muss wichtig sein:

·         Der Neubauprozess startet umgehend,

·         der Status der Schule bleibt erhalten (Sechszügigkeit, Oberstufe, etc.),

·         wir verbessern unsere pädagogischen Rahmenbedingungen (z.B. Klassenraumgrößen, NW-Räume etc.),

·         wir bleiben Jahrgangsteamschule (mit Lehrerstationen und Differenzierungsräumen) und

·         wir arbeiten am baulichen und pädagogischen Konzept von Anfang an mit.

Diese Forderungen werden wir nachdrücklich vertreten. Wir haben eine Gruppe eingerichtet, die sich mit dem Schulneubau beschäftigen wird. Wir wollen den Schub, den ein solcher Umgestaltungsprozess mit sich bringt, auch für die weitere pädagogische Innovation nutzen. Wenn Sie an der Mitarbeit in dieser Gruppe interessiert sind, melden Sie sich bitte.

In diesem Sinne sollten wir uns auf die „Neue Wilhelm-Bracke-Gesamtschule“ freuen.

Mit freundlichen Grüßen

 FRANZ ROLLINGER
Gesamtschuldirektor

 

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